Stand des Windenergiekonzepts vorgestellt

In der Sitzung des Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung am 20. April wurde der aktuelle Stand des Windenergiekonzepts vorgestellt.

In den 3 nicht-öffentlichen Sitzungen wurden harte und weiche Ausschlusskriterien festgelegt, aus denen nun die Suchräume für die künftigen Windvorrangflächen entstehen. Aktuell kommen 7% der Fläche Nordhessens grundsätzlich für eine Einzelfallprüfung in Frage. Das Ziel ist, 2% der Fläche im künftigen Regionalplan auszuweisen.

Herr Kaivers stellte den Rahmen kurz vor. Wichtige Eckpunkte waren:

  • Das Regierungspräsidium beabsichtigt nicht, die 1000m Abstand zu Wohnbebauung zu unterschreiten.
  • Zu Einzelbebauung werden 600m Abstand eingehalten
  • Bei Gewerbegebieten gibt es keinen grundsätzlichen Puffer

Mit diesen Kriterien werden bereits 2/3 der Fläche ausgeschlossen.

  • Bei den Einzelfallprüfungen zu FFH-Gebieten wird voraussichtlich nicht sicher ausgeschlossen werden können, ob es zu Einschränkungen kommen kann. Deshalb wurden FFH Gebiete wurden mit Ausnahme des Werra-Wehre-Tal ausgeschlossen.
  • Vogelsschutzgebiete (VSG) liegen häufig in Flussniederungen. Diese Gebiete sind durch die geringen Windgeschwindigkeiten dort ausgeschlossen. In den großflächigen Vogelschutzgebieten werden jedoch Flächen geprüft.
  • Das Naturschutz-Großprojekt Kellerwald wurde ganz ausgeschlossen.
  • Für die Rhön wurde ein Planungsbüro mit einem Gutachten beauftragt, nach welchen Kriterien die Windenergienutzung mit den Pflegezonen vereinbar ist.

Als Windgeschwindigkeit müssen 5,75 m/s nach dem Gutachten des TÜV Süd erreicht werden. Alternativ kann die jährliche, durchschnittliche Windgeschwindigkeit durch Messungen nachgewiesen werden. Bei der Planung werde auch berücksichtigt, welcher Aufwand für die Netzanbindung erforderlich sei. In Waldgebieten sollen Erdkabel vorgeschrieben werden.

Die Regierungsbezirke in Süd- und Mittelhessen werden 5,5 m/s ansetzen. Bestandsflächen in Nordhessen werden auch bei Windgeschwindigkeiten > 5,5 m/s fortgeschrieben.

Der Landkreis Fulda ist im Regierungsbezirk besonders windhöffig. Allerdings besteht hier auch das größte Konfliktpotenzial wegen einer geringen Akzeptanz von Windenergieanlagen.

Der Schwalm-Eder-Kreis hat nur wenige Höhenzüge und ist wenig windhöffig. Dort bestehen entsprechend weniger Suchräume.

Weiteres Vorgehen

Im Mai und Juni sollen Treffen des RP mit den Landkreisen und Kommunen stattfinden. Dort besteht die Möglichkeit planerische und fachliche Hinweise zu geben. Ein Entwurf für die Vorrangflächen ist für Ende des Jahres geplant, so dass Anfang des nächsten Jahres die Offenlage anschließen würde. Danach würden Anhörungen und Stellungnahmen gemacht und letztendlich sei Ostern 2014 ein Abschluss der Planung möglich.

 

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