Platz da! – Nachhaltiges Flächenmanagement und ländliche Entwicklung

Unter diesem Titel hatte das Regierungspräsidium am Donnerstag zu einer Veranstaltung eingeladen. Es sollte um die bessere Erfassung und Vermarktung von leerstehenden Immobilien im ländlichen Bereich gehen. Die neue Maxime lautet Innen- vor Außenentwicklung, allerdings nicht mit absolutistischem Anspruch, sondern mit Freiheiten für die kommunale Ausgestaltung.

Dazu wurden drei Ansätze für eine Datenbanklösung vorgestellt. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg wurde gerade ein Pilotprojekt mit dem Land Hessen abgeschlossen. Der Landkreis Werra-Meissner arbeitet bereits seit 2006 an der strukturierten Erfassung der Leerstände, dort ist auch viel Wert auf die Einbindung und Zusammenabeit mit den Kommunen gelegt worden. Der Zweckverband Raum Kassel setzt stark auf die Zusammenarbeit mit Studenten der Uni Kassel. Gemeinsam einig waren sich alle, dass es nicht reicht nur zu wissen, wo Leerstände bestehen oder drohen, es müssten auch die Eigentümer angesprochen werden, ob sie das Grundstück vermieten, verpachten oder verkaufen wollten.

Insgesamt hätte man sich eine gründlichere Vorbereitung der IT-Projekte gewünscht. Mitunter wurde Software entwickelt, ohne den Prozess der Nutzung und Pflege mit den Kommunen im Vorfeld abzustimmen. Die Datenpflege scheint derzeit nicht überall gesichert zu sein. Auch viel leider wiederholt der Begriff (MS)Access als Datenbanklösung. Auch das sollte bei einer nachhaltigen Datenbankanwendung nicht die Lösung sein.  Das Ziel die Daten der Leerstände mit Kataster- und GIS-Daten zu verknüpfen ist aber sicherlich sinnvoll.

Was der Veranstaltung leider fehlte waren Ideen zur Belebung des ländlichen Raums abseits von Datenbanken und Bevölkerungsentwicklungsprognosen. Hier wurde zwar diskutiert, inwiefern andere unvorhersehbare Einflüsse die Bevölkerungsentwicklung beeinflussen können, letztlich gab es aber kaum Ideen, wie man junge Leute für die  ländlichen Gebieten begeistern kann.

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