Wird der Reinhardswald zum Großkraftwerk?

Gestern gab es einen größeren Bericht in der HNA zum Masterplan Windkraft. Online ist eine kürzere Variante verfügbar. Als Reaktion darauf habe ich heute folgende Pressemitteilung verschickt:

Wird der Reinhardswald zum Großkraftwerk?
Kriterien der Windenergieplanung für dezentrale Energieerzeugung nicht
geeignet

Die öffentliche Vorstellung des Masterplan Windkraft für den Landkreis Kassel begrüßt Volker Berkhout, Mitglied der Regionalversammlung Nordhessen und der Piratenpartei Kassel. Allerdings weist er darauf hin, dass die Diskussion um die Windvorrangflächen noch nicht abgeschlossen ist und öffentlich geführt werden sollte.

„Das Problem der jetzigen Planungen wird mit einem Blick auf die Karte klar: Die gesamte Windenergienutzung konzentriert sich auf den Reinhardswald und den nördlichen Landkreis Kassel“, so Berkhout. Städte und Gemeinden wie Wolfhagen, Schauenburg oder Bad Emstal, in denen bereits erfolgreich Windenergie genutzt wird, fallen durch die
Suchkriterien bei der Neuplanung heraus. Insbesondere die Festlegung auf eine Mindest-Windgeschwindigkeit von 5,75 m/s in 140 m Höhe führt zu der sehr starken Konzentration der Standorte im Reinhardswald und verhindert eine dezentrale Windenergienutzung.

Mit der Konzentration auf den Reinhardswald wird auch die Idee der dezentralen Stromversorgung ad absurdum geführt. Sollten tatsächlich zwei Drittel der in der HNA angekündigten 400 modernen Anlagen [2] im Reinhardswald errichtet werden, hätte dieser insgesamt eine Anschlussleistung von knapp 1000 MW, so viel wie ein heutiges Großkraftwerk.

Mit den vorgesehenen Regelungen wird es für andere Gemeinden und private Investoren wie etwa Landwirte auch schwierig, ihren Teil zur Energiewende beizutragen und davon zu profitieren. Denn mit der Festlegung auf die Vorrangflächen 5,75 m/s ist eine Ausschlusswirkung verbunden, die Windenergieanlagen auf anderen Flächen verbieten soll.

Der Anspruch an eine Windgeschwindigkeit von mindestens 5,75 m/s ist eine Maximalforderung, die nur an wenigen Standorten in Hessen erfüllt wird. Diese soll nun über den Landesentwicklungsplan verbindlich für ganz Hessen festgelegt werden. Einwände dagegen können noch bis zum 8. Oktober im Beteiligungsverfahren eingereicht werden.

Weitere Links:
Erläuterungen zur Methodik des Masterplan
http://www.zrk-info.de/zrk/pdf/Methodik_…nkarte.pdf
Windkarte für den Landkreis Kassel
http://www.rp-kassel.hessen.de/irj/servl…22222,true
Karten der Suchflächen der Regionalversammlung in den Landkreisen in
Nordhessen
http://volkerberkhout.de/2012/07/16/wo-i…wind-weht/

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